Folge 3 · Summwald
Gruvi und Fanki treffen Frida Fledermaus
Dieselbe Geschichte, dazu die gemalten Bilder. Startet erst hier auf Knopfdruck und hört am Ende auf.
Es war Nacht, und Gruvi konnte nicht schlafen.
Die Astlochtür ging leise auf. Draußen leuchtete die Lichtcrew, die Glühwürmchen in den Ästen, und sie blinkten einmal, als Gruvi und Fanki herauskamen. Einmal blinken heißt ja.
„Ist da jemand wach?", flüsterte Fanki.
Über ihnen hing die Spechthöhle, und in der Spechthöhle hing, kopfüber, Frida Fledermaus.
„HALLO HALLO!", rief Frida. „ENDLICH ENDLICH! Ich rufe schon den GANZEN Abend!"
Gruvi und Fanki sahen sich an.
„Wir haben nichts gehört", sagte Gruvi.
„Aber ich bin die LAUTESTE hier!", rief Frida. „Ich bin lauter als die Waldohren! Ich bin lauter als ALLE!"
„Genau genommen", sagte Otto aus dem morschen Holz, „ruft eine Fledermaus so hoch, dass wir es gar nicht hören können. Sie schreit die ganze Zeit. Nur eben für uns unhörbar."
„QUATSCH!", rief Frida.
Und niemand hörte sie.
Also gingen sie zu dritt durch die Nacht, weil Frida ohnehin wach war und weil sonst niemand wach war außer einem. Unten in der Wurzelspalte machte es leise brrruuum.
„Der schläft nie", sagte Fanki.
„Hmmmja", sagte Erwin.
Und dann spielten sie. Ganz unten der tiefste Ton des Waldes, und ganz oben, kopfüber, der höchste, den keiner hören konnte. Frida fiepte, was sie konnte, Erwin brummte, was er konnte, und dazwischen war der ganze schlafende Baum.
Am nächsten Morgen wollten alle wissen, was das für ein Konzert gewesen sei.
„Welches Konzert?", fragte Karla Kauz und gähnte. „Ich bin seit vier Nächten wach, ich habe nichts gehört."
Frida hing kopfüber und war sehr, sehr zufrieden.
„GUTE NACHT!", brüllten die Waldohren, obwohl es Morgen war.
„Psssssst", machten alle anderen.